Anfangs dachte ich, ich hätte meine Erwartungen zu hoch geschraubt. Ich finde, der Film startet doch etwas lahm. Aber das gibt sich und paßt auch eigentlich ins Konzept, den die Gameshow steigert sich auch im weiteren Verlauf.
Die Geschichte dürfte bekannt sein. Nach der Oskar-Verleihung im vergangenen Jahr war es schwer, nicht etwas über den Film zu erfahren. Jamal, ein kleiner Angestellter, aufgewachsen in den Slums, schafft es bei „Who Wants to Be a Millionaire?“ bis zur 10-Millionen-Rupien-Frage. Daraufhin wird ihm Betrug unterstellt und die Polizei versucht zu ergründen, wie Jamal die Antworten wissen kann. Anhand der Fragen aus der Show wird Jamals Leben erzählt.
Die Geschichte basiert auf dem Buch “Rupien, Rupien” von Vikas Swarup. Der Film ist typisch Danny Boyle (u.a. Trainspotting). Sehr interessant fand ich die Kamera. In manchen Szenen wird sehr häufig die Perspektive gewechselt und recht ungewöhnliche Perspektiven eingenommen. Dadurch sieht man mehr von der Welt, in der die Figuren sich bewegen, und kann die Handlung besser einordnen. Toll aussehen tut es auch.
Der Film ist hart, vor allem anfangs. Nie so, daß es ekelig würde, sondern schonungslos. Manche werden vermutlich meinen, Boyle geht nicht weit genug, meinetwegen hätte es aber gerne etwas milder sein können und wäre dadurch nicht weniger eindrucksvoll gewesen.
Es gibt drei Handlungsstränge – Jamals Biographie, die Show „Who Wants to Be a Millionaire?“ und das Verhör bei der Polizei – zwischen denen ständig gewechselt wird, jeder für sich aber chronologisch läuft. Jamals Biographie erklärt, woher er die Antwort auf die Frage in der Show kennt. Interessant ist dabei, daß jeder biographische Abschnitt schon das Thema der kommenden Frage kurz aufgreift.
Den Soundtrack habe ich mir schon vor einer ganzen Weile gekauft. Wirklich umgehauen hat er mich nicht. Wenn man aber die Musik im Kontext des Films erlebt, ist der Oskar wirklich verdient! Der Film im allgemeinen – und die mit Musik unterlegten Szenen im besonderen – ist perfekt durchkomponiert. Aber auch das kenne ich von Boyle nicht anders.
Fazit: Kein Film den ich dutzendemale sehen könnte (wie A Life Less Ordinary), aber durchaus sehenswert.
Ab Donnerstag dieser Woche (11. März) gibt es die DVD bei Aldi für 7,99€. Zu der Ausstattung der DVD kann ich nichts sagen.